Free shipping for all orders over 50 €

Life advices from an old bearded man RSS



Der lausige Begleiter (Teil 4)

Ein dumpfer Gong ertönt. Das bedeutet: Versammlung, das wissen alle. Kurz darauf hört man das Getrappel von Füßen, dabei haben wir doch eigentlich gar nicht so viele Bedienstete. Ich sitze zusammengekauert in meinem Lieblingssessel in der Bibliothek und betrachte nachdenklich eine Eislandschaft in meinem Bildband Grönlands. Eisiges blau, ich habe gerade gelesen, je blauer das Eis ist, desto älter ist es. Faszinierend. Ich blicke sinnierend aus dem Fenster und denke darüber nach, wie sich die Welt verändert hat, während das Eis immer da war, nur blauer und blauer wurde. Jeden Tag ein wenig blauer. Und jetzt wurde es nicht mehr blauer, dachte ich bitter, sondern verschwand. Ich hätte so gern gesehen, wie blau es noch werden kann- Aquamarinblau? Rosmarinblau? Narzissfarben? Leider sollte...

Continue reading



Der Goldesel

Mit zusammengezogenen Augenbrauen rührt der Kunde Zucker in seinen Espresso und vermeidet dabei, Robert anzusehen, der hektisch gestikulierend auf ihn einredet - “das ist eine einmalige Gelegenheit, natürlich will ich Sie zu nichts drängen-” und dabei auf einem Zettel herumkritzelt. Sie sitzen im 43. Stock an der Glasfront eines Büroturms und betrachten das Verkehrschaos unter ihnen, welches in das rotgoldene Licht der untergehenden Sonne getaucht ist.  “Ich fürchte, ich verstehe immer noch nicht ganz” sagt der Kunde schließlich mit gereiztem Unterton und legt den kleinen Löffel auf der Untertasse ab. “Was wollen Sie mir verkaufen...?”  Robert räuspert sich kurz und bemüht sich, hastig zu erklären: “Ich weiß, dass das ungewöhnlich ist. Wenn sie in die RichBitchDonkeyWonkey CBD’s investieren, gehört ihnen ein...

Continue reading



Der lausige Begleiter (Teil 3)

Mit in die Seite gestemmten Armen starren die random person und ich zu dem armen Herrn Dustewitz hinab. Zusammengekauert, ein Häufchen Elend, sitzt er an der Wand und schaut flehendlich zu uns hinauf. Arthur, der Butler, hockt miesepetrig auf einer Treppenstufe und lutscht an seinem Finger, den er sich bei dem Sturz gestoßen hat. "Ich verstehe es nicht." Sage ich zum wiederholten Mal kopfschüttelnd. "Was um alles in der Welt sollte das!?" "War DAS gerechtfertigt?!" Wirft die random person ein, um auch etwas zu sagen. "Sie wissen doch sicher, was das bedeutet." Die random person nickt eilig und fügt hinzu: "Sie können froh sein, nicht mit einer Anzeige rechnen zu müssen!!" Herr Dustewitz schluckt. "Darf ich.. darf ich kurz was sagen?" Fragt er heiser...

Continue reading



Der lausige Begleiter (Teil 2)

Unser Sekretär kniete auf dem Kaminvorleger und warf mit Schrauben auf einen sehr großen, aber zarten Weberknecht auf der anderen Seite des Zimmers, der mit seinen dünnen Spinnenbeinen in Todesangst hin und her hüpfte. Statt des Weberknechtes traf unser Sekretär (Herr Dustewitz) ständig irgendwelche wertvollen Artefakte, die wir von unseren zahlreichen Weltreisen als Andenken mitgebracht hatten. Diese fielen nun rumsend um, zerbrachen klirrend explodierten und knallten ... und die uns, nun ja, warum es nicht so sagen, wie es ist, eigentlich sehr viel bedeuteten. Wie zum Beispiel die alabasterfarbene Vase aus einer südchinesischen Provinz, die wir nur durch knallhartes Verhandeln mit einem schwitzigen Zahnarzt bekommen hatten. Erst später bemerkten wir, dass auf dem Boden der Vase Rauschgift versteckt war, eine glückliche Fügung, wie ich fand,...

Continue reading



Muttergefühle von Herrn Nora

"Fuck!!" Rief ich und schüttelte das Baby.  Irgendein gehirnamputiertes Meeresungeheuer hatte mal wieder seinen Pizzakarton vor meiner Haustür liegen lassen, und zwar geöffnet, mit Inhalt, und ich war reingetreten. Nun schon zum 13. Mal. Ich zog meinen Fuß aus dem geschmolzenen Käse und hüpfte auf einem Bein bis zu meinem Auto, das Baby tröstend schaukelnd. Es hatte sich beruhigt. Ich musste es nämlich zurückbringen zu seiner Mutter. Sie hatte es mir überlassen, für die Dauer ihres Gesangsworkshops, weil es nicht alleine sein durfte. Ich lasse mich hinters Lenkrad fallen, stopfe den Schlüssel ins Schloss und fahre los. Fröhlich sitzt das Baby beim Fahren auf meinem Schoß und kichert. Ein süßes Ding, sein Name ist Moritz, ich werde es vermissen. Zeit...

Continue reading