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Muttergefühle von Herrn Nora


"Fuck!!" Rief ich und schüttelte das Baby. 

Irgendein gehirnamputiertes Meeresungeheuer hatte mal wieder seinen Pizzakarton vor meiner Haustür liegen lassen, und zwar geöffnet, mit Inhalt, und ich war reingetreten. Nun schon zum 13. Mal. Ich zog meinen Fuß aus dem geschmolzenen Käse und hüpfte auf einem Bein bis zu meinem Auto, das Baby tröstend schaukelnd. Es hatte sich beruhigt. Ich musste es nämlich zurückbringen zu seiner Mutter. Sie hatte es mir überlassen, für die Dauer ihrer Gesangsstunde, weil es nicht alleine sein durfte.

Ich ließ mich hinters Lenkrad fallen, stopfte den Schlüssel ins Schloss und fuhr los. Fröhlich sitzt das Baby beim Fahren auf meinem Schoß und kichert. Ein süßes Ding, sein Name ist Moritz, ich werde es vermissen. Zeit für ein eigenes, oder, dachte ich, während ich quietschend um die Kurve fuhr, wobei mir der Hut vom Kopf fiel. Ich sog gierig an einer Zigarette.

Das Baby guckt mich von unten mit großen blauen Kulleraugen an und kichert dann wieder, ziemlich übermütig, während ich ihm den Qualm ins Gesicht blase. Süß. Mit einer Hand streichel ich ihm über den Kopf, auf dem nur ganz wenig gelber Flaum ist, und mit der anderen reiße ich das Lenkrad herum, wobei mir die qualmende Zigarette aus der Hand fällt. "Geil!" Schreie ich und drehe das Radio auf volle Pulle, irgendein Gegröle scheppert heraus, wie ichs mag. Ich drück auf die Tube und bin kurz darauf in einer Gegend voll kleinkarierter Familienhäuser mit glattrasierten Gärten, pervers. Mein Wagen kommt quietschend zum Stehen. Ich pack das Baby und trage es zur Haustür, die Tür wird aufgerissen, die Mutter erscheint breit grinsend und schmachtet: "Na mein kleiner Schatz" und nimmt mir Moritz weg.

Eine tiefe Traurigkeit übermannt mich. Ich drehe mich um und schleiche den Gartenweg hinab, ohne meinen vierfachen Stundenlohn von 43 € in Empfang zu nehmen, den mir die Mutter hinterherwirft. Ich höre die Münzen auf den Sandweg prasseln, mal wieder alles Kleingeld, mit mir kann mans ja machen. Ohne Moritz erscheint mir das Leben trüb und leer. Ich fingere an meinem Autoschlüssel herum, an dem eine kleine Plüschfigur hängt, und lass mich auf den Rücksitz meines Autos fallen. Ich starre nach draußen, langsam wird es dunkel, ein orangeroter Streifen am Horizont, ich sitze immer noch da und kratze mir den Schnurrbart. Das ganze Auto ist eingesaut und stinkt nach Käse. Ich könnte es genauso gut stehen lassen und zu Fuß irgendwohin gehen. Okay.

Ich steig aus, knalle die Autotür zu und latsche lustlos die Straße entlang. Zwischendurch versuche ich einen Blick durchs Fenster zu werfen, um Moritz nochmal zu sehen, aber die Gardinen sind zugezogen. 

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