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[7.2] Nie Glück für den Wachmann


Doch die Sorge war unbegründet.

Frau Würgdenspatz liegt selig grinsend auf der Magensonde und sieht auch überhaupt nicht mehr blau aus.

Scheinbar war der Therapieansatz geglückt.

Joao schürzt anerkennend die Lippen und sagt zu Willibald, er solle sich überlegen, ob er nicht in ihr renommiertes Ärzteteam aus dem Iran aufgenommen werden will.

"Die Frage ist nur" überlegt Joao "ob sie auch gesund bleibt! Schließlich ist sie jetzt wieder auf dem Boden und der Schwerkraft ungehindert ausgesetzt.."

Gute Frage- denn, als sie Frau Würgdenspatz erneut angucken, stellen sie fest, dass diese schon wieder dabei ist, blau anzulaufen.

"Da hilft nur eins" seufzt Willibald. "Jemand muss sie bis zum Rest ihres Lebens in der Luft lassen."

Er schaut vielsagend von einem zum anderen.

"Auf keinen Fall ich" sagt der Dicke und tritt kopfschüttelnd einen Schritt zurück "Ich muss zu meinem Windpark." Ouzo tropft ihm von den Ohren.

Der Wachmann guckt miserabel. Er scheint schon zu wissen, was ihm blüht.

Willibald grinst ihn vielsagend an. Er piepst: "Das bist dann wohl du. Kannst du ja erstmal machen, bis uns was besseres einfällt." 

Eine der Ladies schüttelt sich wie ein nasser Hund und fragt: "Und warum musste das nun eine Magensonde sein und nicht ein x- beliebiges ferngesteuertes Flugzeug, oder so?"

Wilibald legt eine Kralle ans Kinn und überlegt kurz.

Dann sagt er wohlbedacht: "Hätte eigentlich auch ein x- beliebiges ferngesteuertes Flugzeug sein können, ja." "Neiin wirklich" stöhnt der Wachmann, der ja nun vermutlich seinen Job verlieren wird, oder vielleicht verlieren wird, für nichts. Obwohl er jetzt ja sowieso bis ans Ende seiner Tage bei Frau Würgdenspatz bleiben müssen wird.

"Aber dafür haben wir uns kennen gelernt." Tröstet ihn Joao, "wir sind doch ein lustiges Grüppchen und du hast doch eh Freunde gesucht." Der Wachmann nickt säuerlich. "Aber davon hab ich jetzt ja nichts! Ich werde hier für immer stehen müssen mit der Fernbedienung und ihr erlebt Abenteuer!"

"Ach" beschwichtigt Joao ihn. "So viele Abenteuer erleben wir nun auch nicht."

"Außerdem" fügt Willibald hinzu "war nicht klar, dass sie WIRKLICH allergisch gegen die Schwerkraft ist. Vielleicht hätte es also doch kein x- beliebiges Flugzeug getan."

"DU HAST HALT SAU DIE PANIK GEMACHT" brüllt der Wachmann, "DU HAST GESAGT; WIR BRAUCHEN IN JEDEM FALL DIESE MAGENSONDE; UND DASS ICH MEIN HAUS DAFÜR VERKAUFEN MUSS." Wuttränen stehen ihm in den Augen.

Willibald kichert böse und zuckt mit den Schultern. "Ein kleines Spässchen hat noch keinem geschadet."

"Als ob" krächzt der Wachmann, und fügt mir letzter Kraft hinzu: "Gib mir halt die Fernbedienung."

Der Dickbäuchige zuckt mit den Schultern und gibt die Fernbedienung an den Wachmann weiter, der so wütend auf den Knopf drückt, dass die arme Tante schon wieder gegen die Stalldecke knallt.

"Ja wollen wir dann mal?" Fragt der Dickbäuchige gleichgültig an die anderen gewandt. "Unser Job ist jetzt ja wohl erledigt und ich muss zu meinem Windpark zurück, ja, wenn's recht ist?"

Der Wachmann guckt verzweifelter als je zuvor, während er wütend die Tante im Stall herumflitzen lässt, den Daumen viel zu stark auf den Knopf gepresst. Man hört die Tante "huiiii" rufen.

Joao wirft einen letzten schuldbewussten Blick zum Wachmann hinüber, als Fiona, die Ladies, der Dickbäuchige und er den Stall verlassen. Den kieksenden Willibald, die fliegende Tante und den verzweifelten Wachmann ihrem Schicksal überlassend.

Sie beschließen, erstmal zurück ins Restaurant zu gehen, weil da die Omi und Samuel immer noch mit den Griechen Syrtaki tanzen.

Als sie ankommen, sehen sie die beiden selbstvergessen mit den Griechen im Kreis hüpfen.

Manchmal muss man die Leute halt echt zu ihrem Glück zwingen, so ist das, überlegt Joao. Samuel hüpft etwas ungelenk, aber glücklich, und die Omi überaus elegant mit wehendem grauen Haar. Als verdeckte Ermittlerin muss man wahrscheinlich aber auch in Topform bleiben und wirklich alle Tänze können.

Joao holt den Zettel des Grafen heraus. Es ist auch schon relativ spät, und so, überlegt er, könnten sie da auch eigentlich echt langsam mal hin fahren.

Fortsetzung folgt: morgen um 07:00


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