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Knastgespräche (16)


"Ja und wie war das jetzt mit den Magensonden?"

Fragt Joao irgendwann und guckt von einem zum anderen.

Samuel wischt sich Blut aus den Augen und guckt böse zu dem Dickbäuchigen hinüber, der ihn taxierend beobachtet.

"Tja, jetzt erzähl mal" sagt er.

Mit gedehnter Stimme sagt Samuel: "Mein Geschäft bestimmt die Nachfrage, nicht der Bedarf."

Die eine der Ladies ruft wütend: "Du bist halt ein richtiger Arsch, Samuel!!!!"

"Wer ist denn hier der Arsch. Ich bin nicht in irgendwelche teuren Bars gegangen und habe Typen vorgespielt, interessiert an ihnen zu sein, um sie dann als Kunden zu werben." 

"Das ist Business, Samuel!" Sagt die andere der Ladies scharf.

"Und vor allem deren Problem." Sagt die eine Lady. 

"Von wegen!" Ruft Samuel verächtlich.

Da fällt Joao den Streithähnen ins Wort.

Ein wenig bewundernd sagt er: "Aber- wie hast du das denn bitte solange geschafft, nun wirklich den Leuten MOHRRÜBEN als MAGENSONDEN anzudrehen- also- da muss ich fast schon sagen - wer SO doof ist, der verdient es eigentlich nicht anders !"

Fiona miaut zustimmend.

"Jetzt mal Klartext. Was sind denn überhaupt Magensonden??"

Fragt der Dickbäuchige kratzbürstig.

Alle schweigen.

Bis irgendwann dann Samuel in einem resignierten Tonfall sagt: "Das weiß niemand."

"und was hast du den Leuten ERZÄHLT seien Magensonden??" Fragt eine der Ladies bohrend. 

"Naja, gut für die Wirbelsäule. Hab ich gesagt." 

"Und die haben nicht erkannt, dass das einfach nur Mohrrüben sind?"

Samuel zuckt mit den Schultern.

"Naja, nein. Weil das eben Mohrrüben aus Trinidad sind. Die sehen anders aus."

Er lehnt sich wieder zurück.

Fiona schnurrt und schleicht sich in Samuels Richtung.

"Und woher kanntest du nun meinen Großvater? Er sprach immer sehr bewundernd von dir!"

Samuel guckt müde in Fionas Richtung. "Wir haben uns damals am Geldautomaten in Uruguay kennen gelernt, als man in Argentinien keine Fremdwährungen einkaufen konnte. Dein Großvater und ich, wir haben da beide ständig Dollars abgehoben. Er war zu der Zeit in Buenos Aires, um in die "Mysterien des Tangos" einzutauchen, wie er sich ausdrückte, der komische Typ."

Samuel verdreht die Augen. "Das war ganz lustig. Eine Zeit lang haben wir uns alle zwei Wochen in Uruguay wiedergesehen. Irgendwann dann war er aber weg."

Samuel zuckt mit den Schultern, schürzt die Lippen und schaut woanders hin.

"Devisenschmuggler, Betrüger..." murmelt der Dickbäuchige wütend vor sich hin und schaut Samuel verächtlich an.

"Also fairerweise muss ich sagen, das haben damals alle gemacht." Sagt eine der Ladies.

"Das entschuldigt doch nichts!!" Ruft der Dickbäuchige aufbrausend. 

Irgendwann dann sagt Samuel müde zu den Ladies: "Was sollte das denn eigentlich. Mich zu verpetzen. Damals."


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