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Im Knast (15)


Kurz darauf sind sie alle festgenommen.

Samuel, die beiden Ladies, die sich nun schluchzend in den Armen liegen, aus unerklärlichem Grund auch der Dickbäuchige, Fiona und Joao, aber nur, weil der sich schnell noch dazugestellt hat, um nicht auf einmal allein zu sein.

Sie verlassen den überschwemmten, leicht verwüsteten Saal. Der leicht abwesend wirkende Präsident ist gemeinsam mit dem Minister of Production & Development dabei, Glasscherben einzusammeln. Draußen werden sie unsanft in einen Polizeivan verfrachtet. 

Ein wild aussehender Hund bellt sie aus dem Kofferraum heraus an. 

"Pschscht" macht Joao.

Natürlich beruhigt sich der Hund sofort, blinzelt liebevoll und reicht ihm die Pfote.

Schweigend sitzen sie hinten im Polizeivan, der mit Tatütata durch die Stadt saust, obwohl ja jetzt eigentlich keine Eile mehr nötig ist.

Samuel hat sein blutüberströmtes Gesicht zurückgelehnt.

Fiona schaut mürrisch, die beiden Ladies schluchzen immer noch und der Dickbäuchige schüttelt ununterbrochen den Kopf und murmelt: "Wie konnte das passieren. Wie konnte das passieren. Ich werde meinen Flug verpassen."

Joao hingegen äugt neugierig durch die Gegend und ist gespannt, was als nächstes passiert.

In Schlangenlinien sausen sie weiter durch die Innenstadt Buenos Aires'. Unter anderen Umständen wäre sie wirklich hübsch gewesen, überlegt Joao und krault den Hund im Kofferraum, der vor sich hin schnurrt. 

Vorne unterhalten sich die Polizisten: "Was haben wir da eigentlich dingfest gemacht??" "Keine Ahnung, aber das sind ganz üble Burschen. Je weniger von denen frei herumlaufen, desto besser. Die stecken auch im Drogenmilieu." Der andere Polizist pfeift anerkennend durch die Zähne. "Nicht schleeeecht!!" 

Dann sind sie auch schon da.

Scheinbar ist die Polizeiwache unterbesetzt.

Sie laufen durch einige leere Räume, in denen leere Kaffeebecher herumstehen und volle Aschenbecher, und werden direkt in eine Betonzelle gepfercht, in der nur ein Eimer steht.

"Ist gerade keiner da von den Zuständigen. Ihr müsst erstmal hier bleiben. Irgendwann holt euch jemand OKAY" ruft der eine Polizist ungeduldig, den Schäferhund am Halsband, der herzzerreißend Joao hinterherjault.

Ein zitterig wirkender Wachmann steht daneben und wartet darauf, die Zelle hinter ihnen abzuschließen.

Knall - Die Zellentür schlägt hinter ihnen zu.

Der Dickbäuchige schreit: "Ich will meine Anwälte!!" und von irgendwoher tropft kontinuierlich Wasser auf den kahlen Betonboden.

Doch dann scheint ihn alle Kraft zu verlassen und er sackt an der kahlen Wand entlang zu Boden und murmelt dabei mit irrem Blick: "Es ist eine Ungeheuerlichkeit. Ich werde meine Prostatavorsorgeuntersuchung verpassen und außerdem den Termin mit der Bank und meine Ernährungsberaterin wollte ich heute Abend auch zum Essen ausführen.. das wird richtig, richtig teuer für euch, passt nur auf, passt nur auf."

Samuel hatte sich noch nicht mal den Kopf waschen dürfen und ist immer noch blutüberströmt. Er dreht sich leicht zum Dickbäuchigen um und kichert bösartig: "Deine Ernährungsberaterin macht aber keinen guten Job."

Traurig guckt der Dickbäuchige nach unten, auf seinen Bauch, und murmelt: "Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion, das hat mir mein ganzes Leben schwer gemacht DU ARSCH"

Die beiden Ladies sitzen mit verschränkten Armen auf dem kalten Betonboden, die hohen Schuhe um den Hals gehängt, und schauen grießgrämig in verschiedene Richtungen. 

Aber wie das halt so ist, wenn man längere Zeit miteinander in einem geschlossenen Raum sitzt, entspinnt sich irgendwann dann eben doch ein Gespräch. 


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