Der lausige Begleiter (Teil 7)


"...Berghain. Das Berghain war damals allerdings noch eine illegale Zahnarztpraxis, ihr wisst schon, nur Barzahlung, für so Leute ohne Versichertenkarte.

Die Weberknechte und auch die Kuh haben dort gearbeitet. Da man sich die Betäubung sparen wollte - das ist alles, ähm wie hat die Kuh gesagt- schrecklich teuer ohne Krankenkassen - haben sich die Weberknechte damals ein paar Youtube Tutorials zum Thema "Betäubung durch Hypnose" reingezogen und - versucht- die Patienten so zu hypnotisieren, dass sie nicht so viel Schmerz spüren. Sobald ihr Blick dann auch nur leicht glasig wurde, riss ihnen die Kuh mit einer riesenhaften, schwarzen, eingeölten Heckenschere ohne viel Federlesen die Zähne aus dem Mund, was fast immer der Behandlungsvorschlag war. Mit der Zeit also wurden die Weberknechte und die Kuh zu einem eingespielten Team. Irgendwann fiel es allerdings auf, dass jede Menge Menschen mit hübsch anzusehenden, ordentlichen Zahnreihen, die vielleicht höchstens eine Routineuntersuchung benötigt hätten, ins Berghain hineingingen und zahnlos, zwei nackte Zahnfleischreihen aufeinanderpressend, wieder herauskamen. Unter anderem Bill Gates, weshalb die Presse begann, über dieses merkwürdige Phänomen zu berichten. Aber natürlich wollte man am auf keinen Fall Aufmerksamkeit."

Der Botschafter hält inne, runzelt die Stirn und überlegt kurz, offenbar hat er den Faden verloren. Er zündet nochmal die Rauchschale an, kniet sich vor die Kuh, die sich wieder auf die Hinterbeine fallen lässt, kreist mit der Schale und brüllt "Ohm shanti shanti". Der Kopf der Kuh fällt hin und her, sie muht laut und kehlig und peitscht mit dem Schwanz, ein weiteres Blumengesteck fliegt durch den Saal und trifft diesmal den Schülerpraktikanten im Gesicht, der zaghaft aufjault. Beiläufig stellt der Botschafter die Schale wieder auf den Boden und dreht sich zu uns um. "Ja, als das Eis dann aber brüchig wurde-" ich blicke den indischen Botschafter gereizt und verständnislos an, er beeilt sich zu sagen: "Eine Redewendung. Also, als dann die Medien Wind von der Sache bekamen, wurde die Zahnarztpraxis kurzerhand in eine Diskothek umfunktioniert und behauptet, die Leute würden sich dort beim Tanzen ständig und stundenlang die Zähne ausschlagen. Diese schlüssige Argumentation beruhigte die deutschen Behörden und ab da wurde im Berghain getanzt und im Hinterzimmer trotzdem hin und wieder noch der eine oder andere Zahn gezogen." 

Ich überlege. Als wir die Kuh einstellten, konnten wir sie nicht nach ihrem Lebenslauf befragen, da ihr rumgemuhe nun wirklich niemand außer dem indischen Botschafter versteht. Wir vertrauten einfach auf unser Gefühl, die random person und ich. Hätten wir gewusst, dass sie keinerlei Erfahrung im Schatzkammerbewachungsbereich hat und stattdessen nur in einer Zahnarztpraxis - einer illegalen, wohlgemerkt- tätig war, hätten wir uns die ganze Sache vielleicht noch einmal überlegt! "Aber wie kam denn die Kuh dann zu uns??! Sie hätte doch weiterhin in einer Zahnarztpraxis arbeiten können, mit ihrer Erfahrung? Stattdessen steht sie tagein tagaus vor unserer Schatzkammer?" Der indische Botschafter nickt, entzündet wieder die Rauchschale und wirbelt sie vor dem Kopf der Kuh herum. Er schreit und sie muht und Klimax und- "ja, also folgendes. Die Kuh geriet mit einem Patienten in eine ausufernde Meinungsverschiedenheit, der doch gar behauptete, es wäre medizinisch nicht notwendig gewesen, ihm ALLE Zähne auszureißen. Zufällig war dieser Patient für seine erbarmungslosen Schlägertrupps bekannt, die ihm im Nacken sitzen, und die Kuh musste schnellstens untertauchen. Da war so ein Job im Keller vor einer Schatzkammer einfach ideal, und sie hoffte, zwischendurch mal unauffällig ein oder zwei Goldmünzen entwenden zu können." Der indische Botschafter schlägt sich die Hand vor den Mund und schaut ungeheuer schuldbewusst drein. "Also- nein-nein, das war selbstverständlich nur ein Witz, ein kleiner Scherz, das hat sie natürlich nicht gesagt, hahaha!!!" Die random person und ich lachen auch, da wir den Witz lustig finden. Der Gedanke, dass der indische Botschafter sich vielleicht verplappert hat und dass dies eine Erklärung für unseren, seit Ankunft der Kuh, unerklärlicherweise krass schwindenden Goldhaufen sein könnte, kommt uns nicht in den Sinn. 

Der Botschafter fährt eilig fort: "Nun, die Weberknechte allerdings blieben im Berghain und entwickelten ein Veranstaltungskonzept- elektronische Musik, Hypnose und DER NARRENHUT- was erstaunlich gut ankam. Den Diskobesuchern wurde am Eingang ein Narrenhut mit Glöckchen an den Seiten gereicht, den sie aufsetzen mussten. Jede Nacht tanzten die Weberknechte zackig auf der Bühne so wie jetzt und zogen das tanzende, mit Glöckchen klimpernde Narrenpublikum in ihren Bann. So tanzten sie fröhlich gemeinsam, mitunter ganze Wochenenden lang, hin und her und hin und her und sie wiggeln das Bein und sie wiggeln den Kopf und dann klimpert der Hut und dann klimpert die Kotz..." Ich runzele misstrauisch die Stirn. "Hat das alles die Kuh genauso erzählt??!" Ich erinnere mich noch an eine Eigenart des indischen Botschafters, Details immer sehr gerne auszuschmücken, und das kommt mir doch jetzt gerade fast so vor. Prompt dreht er sich auch weg und pfeift sehr unschuldig, die random person zuckt neben mir zusammen, vermutlich aus dem Impuls heraus, den indischen Botschafter in seiner zarten Unschuld ungestüm zu umarmen, aber das kann sie natürlich vor mir NICHT tun. Auch nicht nicht vor mir. Das darf sie gar nicht tun!!! Wut schäumt in mir hoch wie ätzende Säure, ich muss mich beherrschen, ruhig Blut Herr Nora, es ist doch eigentlich gar nichts passiert, sie hat ja nur gezuckt, sage ich mir!! 

Ich atme tief ein und aus, ich weiß, dass mein Gesicht knallrot angelaufen und meine Augen zu Schlitzen verengt und meine Fäuste geballt sind. Der ganze Saal beobachtet mich. Die random person tätschelt meinen Arm und flüstert: "Hey Herr Nora, es ist doch alles gut, ich habe nur kurz gezuckt, weil mir ein bisschen kalt ist, das ist alles." Langsam beruhigt sich mein Herzschlag wieder, finster drehe ich mich zu der random person um und frage drohend: "Ist das wahr?!" Sie lächelt mich liebevoll an und sagt: "Natürlich ist das wahr! Was soll denn sonst der Grund gewesen sein?" Ich schürze die Lippen und wende mich ab. "Wir müssen mit der Befragung weitermachen", sage ich.

Auf einmal ist mir ganz elend zumute. Mir ist das Herz schwer und ich bin traurig. Solche Gefühle kann ich nie ganz einordnen, sie scheinen mir immer wie eine plötzliche Verbindung zu irgendetwas fundamentalerem im Leben zu sein. Eine Lehrerin in der katholischen Mädchenschule, die ich damals recht zufrieden besuchte, hatte früher einmal zu mir gesagt: "Die kleinen traurigen Männer, die sich da manchmal in dir einnisten, die holen dich von deinem hohen Ross herunter" und manchmal habe ich heutzutage tatsächlich das Gefühl, zu verstehen, was sie damit gemeint hat.

Ich weiß nur nicht, ob ich mich darüber freuen soll, denn es nimmt mir meine gesamte Energie. Besagte Lehrerin hätte jetzt besserwisserisch gesagt: "Ja, deine Arschloch- Energie. Guck mal was bleibt, Nora, und mach was draus, dann freut sich der liebe Gott". Wahrscheinlich hätte sie ein anderes Wort für "Arschloch" genutzt, vielleicht Taugenichts. Wie wütend sie mich damals gemacht hat!!! 

Allein schon der Gedanke daran lässt mein Herz wieder schneller klopfen, ich fühle mich genervt und unverstanden und würde sie am liebsten auch aufs Podium zerren und Marius, den Folterknecht, auf sie hetzen, damit er sie zerstückele. 

Ich rutsche in eine unausgeglichene, destruktive Stimmung, wie man sie nur hat, wenn man sich gänzlich unzufrieden mit sich selbst fühlt. Böse starre ich die random person an, die schuldbewusst meinen Blick erwidert und zaghaft die Hand nach mir ausstreckt. Der indische Botschafter, der aufgehört hat zu pfeifen, schaut mich ebenfalls leicht überrascht mit verbindlich hochgezogenen Augenbrauen an. Die Blicke meiner Bediensteten wechseln zwischen der Kuh, dem indischen Botschafter, mir und der random person, den Weberknechten, Musikanten und Herrn Dustewitz auf der Samtcouch hin und her. Das Podium ist mit der Zeit recht voll geworden, so viele müssen bestraft werden, ich seufze. 

Die random person berührt meinen Arm, ein kleines bisschen der Traurigkeit fällt von mir ab, das Gewicht lastet nicht mehr ganz so schwer auf mir. Mein Gesicht nimmt einen sanfteren Ausdruck an, auf einmal will ich am liebsten einfach nur meinen Kopf an der Schulter der random person vergraben und nichts mehr sehen, aber ich weiß, dass ich das natürlich nicht machen kann. Ich habe hier eine Rolle auszufüllen. Ich ergreife die Hand der random person, drücke sie kurz und lächel sie an. Meine Gesichtsmuskeln fühlen sich ganz komisch an bei dieser ungewohnten Verkrampfung. Als sie zurücklächelt, scheint ihr Gesicht ganz weich zu werden. Wie selten wir nur noch solche Momente haben. Schweren Herzens wende ich mich ab und sage laut: "Der letzte Punkt, der sich mir nun noch nicht erschlossen hat, ist: Warum in Gottes Namen haben die nun alle in unserer Schatzkammer eine Party gefeiert?"

Leicht genervt entzündet der indische Botschafter wieder die Rauchschale, befragt unter Getöse die Kuh und sagt dann: "Sie meinte in einem verächtlichen Tonfall, dass ihr beide eh nie in der Schatzkammer seid und dass, wenn nicht zufällig der Schülerpraktikant einen neugierigen Blick auf die Schätze hätte werfen wollen, niemand je gemerkt hätte, dass dort eine Party gefeiert wird. Die fand nämlich schon zum dritten Mal statt. Die Kuh meint, es sei im Prinzip so, als würde sie die Weberknechte zu  sich nachhause einladen, um die alten Zeiten aufleben zu lassen, mehr nicht. So quasi in ihre WG und jetzt würde hier so ein riesen Drama gemacht werden." Die Weberknechte nicken unisono und die Kuh grinst uns an. 

"Kann sie doch auch eigentlich machen" flüstert mir die random person zu, sie ist immer ein wenig nachgiebiger als ich. "Immerhin wohnt die Kuh ja tatsächlich hier, und besonders gemütlich hat sie es jetzt auch nicht gerade, oder, in diesem kalten Gang vor der Schatzkammer..?" Erst will ich widersprechen, weil ich immer widerspreche, aber dann denke ich mir, weil die Wut eh schon von mir gewichen ist wie aus einem deflating balloon, dass die random person ja vielleicht ausnahmsweise mal Recht hat. Einem Impuls folgend lege ich ihr steif die Hand auf den Rücken und sage: "Ja stimmt." Und an die Kuh gerichtet: "Wie lange wollen deine Freunde denn bleiben? Sollen wir ihnen ein Gästezimmer herrichten?"

Der indische Botschafter übersetzt und die Kuh muht vor Freude wie ein Nebelhorn. Ich läute die Glocke nach Arthur und befehle ihm, den Weberknechten das schönste Zimmer mit Balkon und Ausblick auf die Gartenanlagen und den Pfauenspringbrunnen an der Vorderfront des Schlosses herzurichten, mit frisch gepflücktem Flieder und Schokoladentäfelchen und einer Schale frischer Orangen und am besten noch einer Flasche Champagner kaltgestellt in einem beschlagen glänzenden Kübel voller Eiswürfel - doch der unheimliche Chef- Weberknecht unterbricht mich und zischt mit rot glimmenden Augen: "Miiit Verlauub, können wir vielleicht in der Nähe der Kuuuuuh schlafen...?" Ahhja, denke ich mir, das macht Sinn, so können sie mehr Zeit miteinander verbringen, da die Kuh selbstverständlich weiter arbeiten muss. "Also gut. Arthur, zeige ihnen bitte das Zimmer im Westflügel gleich oberhalb der Leiter zum Gang der Schatzkammer ja, sei so gut." Arthur verbeugt sich und winkt den Weberknechten, ihm zu folgen. "Marius, mach ihnen die Handschellen los. Achso, was ist denn mit den Musikern? Man könnte meinen, die Lage hätte sich nun verändert und sie könnten ebenfalls als unsere Gäste anstatt als unsere Sklaven betrachtet werden..:? Nun, Arthur, richte ihnen bitte auch ein Zimmer her, von mir aus das direkt neben dem der Weberknechte. Den Partykeller gegenüber von der Schatzkammer dürfen sie auch gerne benutzen und sollen einfach klingeln, wenn sie mehr Gin benötigen, aber eigentlich sollte alles da sein." Arthur nickt und hastet von dannen, die Weberknechte und die Musiker im Schlepptau, die wieder mal ihre riesigen Instrumente hinter sich herzerren. 

Ich atme tief durch. Jetzt ist immerhin das schon mal erledigt, ich kann fühlen wie mein Bildband Grönlands in greifbarere Nähe rückt, fast schon magnetisch zieht er mich an. "Jetzt bleibt nur noch Herr Dustewitz! In Anbetracht der Tatsachen plädiere ich für Freispruch, ist irgendjemand dagegen?" Ich bin selber überrascht von meiner Milde, aber irgendwie habe ich gefallen daran gefunden, der große Gönner zu sein. Es ist niemand dagegen. Da fällt mir ein: "War der Weberknecht, der Sie in unserem Kaminzimmer so verstört hat, eigentlich auch bei dieser Gruppe gerade dabei?" Frage ich Herrn Dustewitz, der aufgewacht ist und nun, die Arme um die Knie geschlungen, mit seinem riesigen Kratzer im Gesicht verstört auf der Couch sitzt. "Ich weiß nicht." Murmelt er, klar, er hatte sich ja auch die ganze Zeit versteckt und war dann eingeschlafen, nun gut. "Jedenfalls sind Sie freigesprochen. Könnten Sie sich vielleicht direkt an die Korrespondenz mit Madame Tussauds setzen, ja, sie soll eine Wachsfigur aus mir machen, dazu eine nette Einladung hier zu uns ins Schloss, wann immer es ihr beliebt, wir sind ja da. Danke. Und lassen Sie sich von Mandy eine Tasse heiße Schokolade geben, wir müssen Sie ein wenig aufpäppeln, damit Sie weitere dreißig Jahre für uns arbeiten können." 

Herr Dustewitz rappelt sich auf und schleicht davon, ein Bein leicht hinter sich herziehend, Marius, der noch immer mit seinem Hackebeil neben der Kuh steht, wirft ihm sehnsüchtige Blicke nach. Ich seufze und sage: "Marius, da die Kuh in Anbetracht der Entwicklungen wohl heute kaum zerhackt werden muss, darfst du auch gehen." Freudig schmeißt Marius das Hackebeil in die Luft und hastet Herrn Dustewitz hinterher, der sich mit einem glückseligen Lächeln umdreht und Marius seine Hand hinhält, der sie ergreift. So gehen sie zusammen aus dem Saal, der Kleine und der Große, Herrn Dustewitz sein spärliches Haupt an der massigen Schulter des Folterknechtes anlehnend.  

WAS für ein turbulenter Tag. Es scheint mir eine Ewigkeit her zu sein, dass ich entspannt nach dem Frühstück unten am Teich in meinem Liegestuhl saß und Wolkenbilder betrachtete. Mittlerweile ist es Nachmittag und auf einmal merke ich, wie hungrig ich bin und dass wir unser, normalerweise sehr ausuferndes Mittagsmahl, nicht eingenommen haben. Auf der Bühne ist jetzt nur noch die Kuh, die vornehm neben dem indischen Botschafter sitzt, der sie zwischendurch ehrfürchtig von der Seite betrachtet. Die random person scheint einen ähnlichen Gedanken bezüglich des Mittagessens zu haben. "Mubashir, bleibst du noch zum Essen?" Lädt sie den indischen Botschafter freundlich ein, der breit lächelt und "aber sehr gerne!" Sagt. Ich merke wie mir das Blut wieder in den Kopf schießt und meine Hände anfangen zu zittern, aber es gelingt mir, diese körperliche Reaktion zu vertuschen, indem ich, wütender als es angemessen wäre, nach Mandy schreie, sie solle den roten Linsensalat mit Flutschfingereis im langen Speisezimmer herrichten.

Ich weise den Schülerpraktikanten an, Max, den Putzmann aus der Schatzkammer zu holen, damit er hier mal durchwischt, denn der ganze Marmorboden klebt mit dem ganzen verspritzten Melonensaft und den Kernen. "Zurück an die Arbeit!" Rufe ich den restlichen Bediensteten zu. Erdogan hat sich schon von alleine aufgerappelt und verlässt eilig den Saal, an einem Fleck auf seinem Jackett herumrubbelnd und die Stallburschen trotten, die Mistgabeln lasch hinter sich herschleifend, zurück zum Stall. Wilhelmina ist noch in ein Gespräch mit der durchscheinenden Prinzessin vertieft, die ich noch nie so lebhaft plappernd erlebt habe- wenn ich richtig höre, erklärt sie Wilhelmina gerade, wie man im Jihad eine Heizung entlüftet, das muss man Wilhelmina lassen, sie versucht immer, dazu zu lernen. Dann kommt Max, der Putzmann, und schwingt seinen Wischmob. In kürzester Zeit ist der ganze Saal überschwemmt. "Schülerpraktikant!" Rufe ich, "hilf der Kuh bitte dabei, die steile Leiter zur Schatzkammer wieder herunterzuklettern." Mürrisch murmelt er: "Da war ich doch gerade", aber tut, wie ihm geheißen. 

Jetzt sind wir alleine, die random person, der indische Botschafter und ich. "Kommt, wir genehmigen uns einen Aperitif" sage ich, gemeinsam waten wir durch den überschwemmten Saal ins gemütlich eingerichtete, mit Sesseln ausgestattete Vorzimmer des langen Speisezimmers, wo wir uns in die weichen Kissen sinken lassen. Ich klingele nach Arthur, der langsam mit der Herrichtung der Zimmer für die Weberknechte und die Musiker fertig sein dürfte, damit er uns die Drinks serviere. "Zigarre?" Frage ich und reiche mein Etui herum, die random person und der indische Botschafter bedienen sich dankend. Paffend lehnen wir uns zurück und der Stress fällt von uns ab. "Was für ein Tag." Murmele ich. "Was für ein Tag." Die random person greift nach meiner Hand, ich drücke sanft zu und halte sie fest. Der indische Botschafter ist in diesem Augenblick trotz seines markanten Kieferknochens weit, weit weg und ich habe das Gefühl, dass die Dinge ein wenig mehr an Ort und Stelle gerückt worden sind.